Quaggamuscheln in Schweizer Seen –
Ein Warnsignal für Betreiber von Wasserfassungen
Wenn die Quaggamuschel zur Herausforderung wird
Warum Betreiber wasserführender Systeme die Entwicklung im Blick behalten sollten
Die Quaggamuschel breitet sich in Schweizer Seen zunehmend aus. Während häufig die ökologischen Folgen im Mittelpunkt stehen, rücken auch die Auswirkungen auf Wasserfassungen, Kühlwassersysteme und andere wassertechnische Anlagen immer stärker in den Fokus.
Für Betreiber stellt sich dabei vor allem eine Frage: Welche Folgen hat die Ausbreitung der Quaggamuschel für Betriebssicherheit, Wartungsaufwand und Anlagenverfügbarkeit?
Eine Entwicklung mit weitreichenden Folgen
In den vergangenen Jahren wurde die Quaggamuschel unter anderem im Bodensee, Zürichsee, Genfersee sowie in weiteren Schweizer Seen nachgewiesen. Fachstellen gehen davon aus, dass sich die invasive Art in weiteren Gewässern etablieren wird.
Besonders problematisch ist ihre hohe Anpassungsfähigkeit. Im Gegensatz zu vielen einheimischen Muschelarten besiedelt die Quaggamuschel auch grössere Tiefen und bildet dort stabile Populationen. Dadurch können nicht nur ufernahe Anlagen betroffen sein, sondern auch tiefer liegende Wasserfassungen.
Auswirkungen auf Wasserfassungen und Anlagentechnik
Für Betreiber wassertechnischer Anlagen steht nicht die Muschel selbst im Mittelpunkt, sondern ihr Einfluss auf die technische Infrastruktur.
Quaggamuscheln besiedeln Wasserfassungen, Einlaufbauwerke, Ansaugleitungen und Rohrsysteme. Mit zunehmendem Bewuchs verändern sich die Betriebsbedingungen:
- verringerte Durchflussquerschnitte
- zunehmende Druckverluste
- kürzere Reinigungs- und Wartungsintervalle
- höherer Aufwand für Inspektion und Instandhaltung
Besonders kritisch ist dies bei Anlagen, die über viele Jahre hinweg auf einen zuverlässigen und möglichst unterbrechungsfreien Betrieb ausgelegt sind.
Die Quaggamuschel ist nur ein Teil der Herausforderung
Die Ausbreitung der Quaggamuschel verdeutlicht, wie stark sich die Anforderungen an Wasserfassungen verändert haben. Sie ist jedoch nur eine von mehreren Belastungen, die heute berücksichtigt werden müssen.
Je nach Gewässer, Jahreszeit und Wetterbedingungen treten unter anderem folgende Einträge auf:
- Schwebstoffe und Sedimente
- Algen und organische Bestandteile
- Treibgut
- saisonale Belastungsspitzen
- weitere biologische Ablagerungen
Art und Menge dieser Belastungen können innerhalb kurzer Zeit erheblich schwanken. Betreiber müssen ihre Anlagen deshalb nicht auf einzelne Ereignisse, sondern auf dauerhaft wechselnde Bedingungen auslegen.
Mehr dazu erfahren Sie in diesem Beitrag:

Betriebssicherheit beginnt an der Wasserfassung
Viele Betriebsstörungen entstehen nicht erst in nachgelagerten Anlagen, sondern bereits an der Wasserfassung. Gelangen Feststoffe oder biologische Einträge ungehindert in das System, können Pumpen, Wärmetauscher, Rohrleitungen und weitere Komponenten zusätzlich belastet werden.
Ein wirksamer Schutz beginnt deshalb bereits bei der Wasserentnahme. Ziel ist es, unerwünschte Einträge frühzeitig zurückzuhalten und nachgelagerte Systeme dauerhaft zu entlasten.
Filtration als Bestandteil eines ganzheitlichen Schutzkonzepts
Wo Wasser aus Seen, Flüssen oder anderen natürlichen Gewässern genutzt wird, gehört die Filtration zu den wichtigsten Schutzmassnahmen. Sie entfernt Feststoffe und Partikel frühzeitig aus dem Wasserstrom und schützt nachgelagerte Anlagenteile vor unnötigen Belastungen.
Automatische Filtersysteme eignen sich insbesondere für Anwendungen mit grossen Wassermengen und schwankender Wasserqualität. Sie ermöglichen eine kontinuierliche Filtration, reduzieren den Wartungsaufwand und tragen dazu bei, Stillstandszeiten zu vermeiden.
Wie der aquaBoll® als modularer Automatikfilter für anspruchsvolle Wasseranwendungen eingesetzt wird, erfahren Sie im folgenden Beitrag:
Zusammenfassend
Die Ausbreitung der Quaggamuschel ist mehr als ein ökologisches Thema. Sie verdeutlicht, wie sich die Anforderungen an Wasserfassungen und wassertechnische Anlagen verändern.
Für Betreiber steht deshalb weniger die Muschel selbst im Mittelpunkt als die Frage, wie sich Wasserfassungen und nachgelagerte Systeme langfristig schützen lassen. Die Quaggamuschel ist damit vor allem eines: ein sichtbares Beispiel dafür, weshalb robuste Wasserfassungen und durchdachte Filtrationskonzepte heute wichtiger sind als je zuvor.